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Von der Frankfurter Buchmesse direkt zur Gemeinschaftsschule Oberhausen:
Der Publikumsmagnet „Cyber-Classroom"


Gemeinschaftsschüler testen das „Klassenzimmer der Zukunft"



Frontalunterricht war gestern. Die Schule der Zukunft ist auch teilweise interaktiv. Interaktiver Unterricht, Powerwall und Multimediabrillen finden Einzug im Klassenzimmer der Zukunft. Wie sich die Stoffvermittlung für Lehrer und Schüler durch den Einsatz interaktiver Technologien ändert, wie die Vorteile des interaktiven Lernens positiv genutzt werden können, das wird derzeit an der innovativen Gemeinschaftsschule Oberhausen untersucht.

„Cool!" findet es der elf Jahre junge Paul. „Nicht jede Stunde werden wir interaktive Lernmodule einführen, sondern unseren Unterricht damit ergänzen", sagt hinzufügend sein Lehrer. In einem sogenannten Cyber-Classroom sitzen an diesem Vormittag Schüler der Gemeinschaftsschule Oberhausen mit 3D-Brillen auf der Nase. In Biologie geht es um den Blutkreislauf, in Chemie um Akkus und Batterien, in Physik um den neuen Teilchenbeschleuniger am Genfer Forschungszentrum Cern.

„Die Vorteile des 3D-Lernens für eine neue Lernkultur sind offensichtlich, wenn man die Erkenntnisse aus der Lernforschung sieht", sagt Lehrerin Marion Zimmer. „Das 3D-Lernen hilft beim Verstehen und ist von hohem Stellenwert bei den Kindern. Diese „Attraction Power" ermöglicht den Kindern ein tieferes Eintauchen und eine größere Identifikation mit dem Lernstoff. Durch die Interaktion mit Hilfe einer Wii-Spielekonsole wird eine emotionale Bindung und hohe Motivation ermöglicht. Wir gehen mit dem Puls der Zeit, denn wir haben in den letzten Jahren eine Veränderung in der Art des Lernens festgestellt. Neue Medien werden von den Kindern genutzt, selbst Vorlesungen werden interaktiv. Wenn wir es heute nicht anbieten, werden wir von der Entwicklung überrollt. Wir nutzen die Prinzipien des entdeckenden Lernens, damit eine Nachhaltigkeit und ein lebenslanges Lernen ermöglicht werden. Viele Kinder haben Schwierigkeiten, sich komplexe Lerninhalte vorzustellen. Dieses Lernmittel hilft unseren Kindern mit wenig räumlichem Vorstellungsvermögen. Eine angemessene Gestik unterstützt den Lernprozess zusätzlich. Somit trägt es als Ergänzung und als eine weitere Möglichkeit eines Lernwegs zur qualitativen Unterrichtsverbesserung bei. Da die Inhalte mit dem Bildungsplan abgestimmt sind, sind die Module ohne Probleme in den Unterricht als Inputphase oder als Teil eines Stationenlernens einzubinden. Anspruchsvolle Inhalte oder ‚schwarze Löcher' werden anschaulich aufgearbeitet und verständlich."

70 Lernmodule sind bisher verfügbar, meist aus naturwissenschaftlichen Fächern. Die Hardware, ein Stereofernseher, der mit Spiele-Konsolen gesteuert wird, kostet 15.000 Euro. Da der Cyber-Classroom bisher nur eine Leihgabe der Firma VISENSO aus Stuttgart ist, sucht der Förderverein der Schule weiterhin nach Sponsoren und Bildungspartnern aus der regionalen und überregionalen Wirtschaft. VISENSO-Trainer gestalten gemeinsam mit Lehrern und Schülern vor Ort interaktive Unterrichtseinheiten im Cyber-Classroom. Im Fokus stehen die Fächer MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), aber auch Themen wie Kunst oder Sport. Begleitet und unterstützt wird dieses Projekt von wissenschaftlichen Mitarbeitern der PH Heidelberg und des Seminars für Lehrerausbildung in Pforzheim.



Für die Schüler der Gemeinschaftsschule Oberhausen wird es eine spannende und abwechslungsreiche Zeit werden. Die Gemeinschaftsschule orientiert sich sowohl am Leistungsprinzip als auch am Prinzip der Chancengleichheit und bietet alle Bildungsstandards (die der Hauptschule/Werkrealschule, der Realschule und des Gymnasiums) an. Somit werden alle Schüler durch den Cyber-Classroom als ergänzendes Lernmittel bestmöglich nach ihren individuellen Voraussetzungen, Fähigkeiten und Interessen gefördert. Dazu bieten wir nun eine noch anregendere Lernumgebung an, in der voneinander und miteinander zielorientiert gelernt wird und wo selbstverantwortlich geforscht und gearbeitet werden kann. Schülerzentrierte Lern- und Unterrichtsformen ermöglichen es, dass sich ein Maximum an individuellen Lernprozessen mit einem Optimum an gemeinsamem Lernen verbindet.

Marion Zimmer, 23.10.2012